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Porträt Ludwig Laher

Die Rampe 3/21
Linz 2021


200 Seiten, 16,5 x 28 cm
Broschiert


€ 14.90
ISBN: 978-3-903093-56-0
Adalbert-Stifter-Institut

(bestellbar unter stifterhaus.at/publikationen)

 

Zum Buch:

Herausgeber Klaus Zeyringer hat für diesen informativen Band, der das Werk und die Person Ludwig Lahers würdigt, Julia Danielczyk, Beate Eder-Jordan, Petra Ganglbauer, Karl-Markus Gauß, Heimo Halbrainer, Lydia Mischkulnig, Gerhard Ruiss, Georg Schöller-Petz, Brigitte Schröder, Cordula Simon und Jacqueline Vansant eingeladen, Beiträge zu liefern.

Arbeitsproben aus verschiedenen Schaffenssegmenten des Autors, ein langes Gespräch Lahers mit dem Herausgeber, zahlreiche Fotos und eine ausführliche Bibliographie ergänzen dieses Porträt, die Zwischenbilanz einer produktiven Schriftstellerexistenz.

 

 

Die Rampe


Kritikerstimmen:

Ludwig Laher setzt mit seinem Schreiben Landmarken im Literaturgeschehen, indem er Wahrheiten zusammenträgt, die allzu leicht in Vergessenheit zu geraten drohen. Er ist ein Meister der Recherche, er fasst Tatsachen so zusammen, dass Zeitgeschichte, aber auch persönliche Biographien und Schicksale sich zusammen zu einem neuen Ganzen finden. Dieses Ganze fördert nicht selten Haarsträubendes und Ungerechtes zutage, wenn es um die NS-Zeit, um Täter und Opfer, aber auch um Minderheiten wie Roma und Sinti oder besondere Einzelschicksale geht. "Man kann auf den Schmerz dieser Welt mit Rückzug reagieren oder mit Engagement. Laher macht entschieden Letzteres", so die gebürtige Grazer Literatin Petra Ganglbauer im soeben erschienenen Literaturheft Die Rampe über Ludiwg Laher. (...) Der Salzburger Schriftsteller und Kritiker Karl-Markus Gauß schreibt Lahers gesammelten Arbeiten den ehrenvollen Überbegriff des Werkes zu. (...) "Unübersehbar ist, dass Ludwig Laher mit jedem Buch aufs Ganze geht."

(Judith Raab, ORF)

Zu den Verdiensten des Stifterhauses zählen jene Porträt-Nummern der Literaturzeitschrift "Die Rampe", die Autoren gewidmet sind, die mit dem Kulturpreis des Landes Oberösterreich ausgezeichnet wurden. Das Rampe-Heft 3/21 beleuchtet Leben und Werk von Ludwig Laher, wobei "Heft" ein irreführender Begriff ist. Eher handelt es sich um ein Buch von nahezu 200 Seiten. Das Herzstück der Publikation ist ein Gespräch des Herausgebers Klaus Zeyringer mit dem Autor. Es gibt detaillierte Einblicke in die Anfänge, Herausforderungen, Glücksstunden, aber auch Desillusionierungen, die einem vom Schreiben bestimmten Leben Gestalt geben. Ludwig Laher wurde 1955 in Linz geboren und hatte schon als Kind eine ausgeprägte Neigung zur Literatur. In den Siebzigern studierte er Germanistik, Anglistik und Klassische Philologie an der Universität Salzburg und fand dort jenes kreative Feld, auf dem etwa auch Karl-Markus Gauß, Erich Hackl und Margit Schreiner ihre literarischen Laufbahnen einschlugen. (...) Lahers lange Publikationsliste ist beeindruckend. Im Gespräch mit Zeyringer liefert er Interpretationen zu eigenen Werken. In Summe kann man Ludwig Lahers Werk der "engagierten Literatur" zuordnen. Seine Intentionen gehen oft über das literarische Feld hinaus. Manche Themen beschäftigen ihn immer wieder, vor allem der Nationalsozialismus ("Bitter", "Schauplatzwunden"). Hinter seinen drei Romanen "Und nehmen was kommt", "Einleben", "Verfahren" steht das Engagement für sozial benachteiligte Frauen, in anderen erinnert er an zu Unrecht vergessene Künstler. Die halbdokumentarische Erzählform eignet sich für Ludwig Lahers kritisch-realistisches Schreiben besonders gut, kennzeichnend für ihn ist aber vor allem die formale Vielfalt, vom Roman über Essay und Glosse bis zu Hörspiel und Drehbuch.

(Christian Schacherreiter, Oberösterreichische Nachrichten)

Wer 1963 im Alter von sieben Jahren in schöner Schreibschrift ein Gedicht über Federkleid und Anmut von Schwänen vorlegt, dem ist die Zukunft als Autor vielleicht schon in die Wiege gelegt – so darf man es zumindest bei Schriftsteller Ludwig Laher vermuten. Alte Schulhefte mit ersten literarischen Versuchen belegen noch heute den unaufhaltsamen Zug zum dichterischen Lebensweg. Das Adalbert Stifter Haus in Linz hat Ludwig Laher die jüngste Ausgabe von „Die Rampe“ gewidmet, herausgegeben vom Grazer Germanisten und Literaturkritiker Klaus Zeyringer. Im detailliert aufbereiteten Literaturheft kommen namhafte AutorInnen und WissenschafterInnen, aber auch Ludwig Laher selbst zu Wort. (...) In einer literarischen Hörverständnisübung mit dem Titel „Käfer mit dem Rücken zum Boden“ greift Ludwig Laher 2011 ein kurioses und denkwürdiges Ereignis auf: An einem nasskalten Novemberabend 1861 kam Adalbert Stifter beim Verlassen des Zuges auf dem Bahnhof Frankenmarkt zu Sturz. In seinen Notizen vermerkte Stifter höchstselbst das Vorkommnis, beginnend vom Haltestellenruf des Zugkondukteurs bis zur Feststellung leichter Schienbeinschmerzen nach dem glimpflich verlaufenen Unglück. Ludwig Laher formt rund um das Malheur ein Porträt Stifters, das mit dem Genius – seine Lage am Bahnhofsperron lässt an einen Käfer mit dem Rücken zum Boden erinnern – kritisch ins Gericht geht.

(orf.at)